Buchtipp No 2 - Käthi Akermann

UrDinkel Alles vom Blech von Judith Gmür-Stalder

Fona Verlag Lenzburg

 

Dieses "gluschtige" Backbuch ist bereits 2016 erschienen, verdient es jedoch, endlich näher vorgestellt zu werden. In fünf kurzen, einleitenden Kapiteln erfahren wir viel Wissenswertes über die Geschichte aus den Anbau von UrDinkel, über die Verarbeitung dieses robusten Getreides und ein Schweizer Backblechhersteller wir porträtiert.

Die Marke UrDinkel steht für alte, nicht mit Weizen eingekreuzte Schweizer Dinkelsorten. Die ältesten Dinkelfunde Europas stammen aus der späten Steinzeit. Die bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen schrieb im 11. Jahrhundert: "Der Dinkel ist das beste Getreide, er ist warm, nährend und kräftigt; und er ist milder als die anderen Getreidearten. Er bereitet dem, der ihn isst, reiches Fleisch und gutes Blut, er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt."

 

Neben den vorzüglichen Nährwerten überzeugt UrDinkel auch geschmacklich und es lässt sich daraus viel Feines backen. 

 

Der grosse Rezeptteil ist in sieben Kapitel aufgeteilt: Wähen, Tartes, Pies süss und pikant; Pizza, Flammkuchen pikant und süss, Focacce, Knäckebrot, Pita süss und pikant; Strudel süss und pikant; Süsses Allerlei; Grundrezepte.

 

Die Rezepte sind mit Zubereitungszeit, Zutaten und Schritt für Schritt Anleitung sehr übersichtlich dargestellt. Auch für Backanfänger bestens geeignet! Die Auswahl an 62 Rezepten vom Blech macht die Entscheidung nicht leicht, z.Bsp. Emmentaler-Strudel, Zucchini-Focacce, Cassisrosen... Ein ganzseitiges Bild des Gebäcks in nostalgischem Stil ausdekoriert, macht diese Backbuch zu einem kleinen Juwel.

 


Buchtipp No 1 - Nelly Nyffeler

Kleine Mordgeschichten aus dem Emmental

Landverlag

 

In den letzten acht Jahren verfassten zwölf unterschiedliche Autorinnen und Autoren Krimis für die Zeitschrift "Lebenslust Emmental". 28 spannende, schräge oder witzige Kurzgeschichten von Gabriel Anwander, Marina Bolzli, Peter Ducommun, Esther Pauchard, Sandra Rutschi u.a. liegen nun gesammelt im Büchlein "Kleine Mordsgeschichten aus dem Emmental" vor. 

 

In der Geschichte Das verlorene Paradis von Hans Herrmann entdeckt ein vierzigjähriger Mann an einem Winternachmittag im obersten Emmental einen abgeschiedenen Flecken Land. Vom paradiesähnlichen Alpenrefugium ist er sehr angetan. Fortan verbringt er viel Zeit in "seinem" Idyll. Die merkwürdigen Begegnung mit einem Freizeitmenschen in Outdoorbekleidung zwingt ihn jedoch dazu, das Tal für immer zu verlassen.

 

Schnapp den Lump von Christine Brand ist bitterbös und humorvoll. Die Kantonspolizei Bern hat im Rahmen einer Studie über die Sicherheit festgestellt, dass sich in der Stadt Burgdorf überdurchschnittlich viele Taschendiebstähle ereignen. Eine spezielle App, die jeder Burgdorfer gratis auf sein Smartphone laden kann, soll mithelfen, dass in Zukunft sämtliche Langfinger gefasst werden und die Stadt sicherer wird. Die gelernte Informatikerin und passionierte Taschendiebin Lena Stahl muss sich etwas einfallen lassen.

 

Christoph Laueners Paarlauf führt uns auf eine Wanderung. Hanna Stähli ist in den letzten 25 Jahren bestimmt hunderte Male mit ihrem Ehemann Paul am Sonntagmorgen gegen neune Uhr aufgebrochen, um an einem Ausgangspunkt zu gelangen. Alles läuft immer gleich ab: packen, losfahren und losmarschieren. Heute ist der Schibegütsch das Ziel. Bereits zum sechsten Mal machen Stählis diese Tour. Vor dem Start zur Wanderung im Kemmeriboden würde Hanna gerne einen Kaffee geniessen. Doch Paul lässt sich wie immer mit dem Hinweis auf die Unsicherheit des Wetters nicht für dieses Vorhaben begeistern. Eigentlich geniesst Hanna die Wanderungen, was sie aber nicht ausstehen kann, ist, dass ihr Mann immer rund 30 Meter Vorsprung hat. Nicht etwa weil er schneller wandern würde - der Abstand bleibt immer gleich - nein aus unerklärlichen Gründen hat Paul einmal mit dieser Marotte angefangen. Nun ist der Gipfel in Reichweite, die Sonne wärmt angenehm und die Wanderung nimmt ihren fast gewohnten Gang...

 

Die "kleine Schwester" der grossen Vorgängerbände mit Mordsgeschichten aus dem Emmental hat meines Erachtens durchaus Beachtung verdient.